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letzes Update
07.06.2009

Kühlgerätetechnik


Ich werde immer wieder gefragt, und gebe auch gerne Auskunft, wenn es um Gerätetechnik geht. Durch meinen Beruf kenne ich mich bestens mit Hausgeräten aus, dementsprechend auch mit Campingkühlgeräten. Um wirklich alle Aspekte eines Einbaus, Wartung oder Fehlerfeststellung eines solchen Gerätes zu behandeln, müsste ich ein Buch darüber schreiben. Daher werde ich vorerst nur grundlegende Sachen über die Kühlis hier veröffentlichen. Für Interessierte hier das Funkionsprinzip von Kühlgeräten.

Wenn der Kühli mal nicht so will wie Ihr:

Grundsätzlicher Hinweis:

Ein Absorberkühlschrank ist neigungsempfindlich! Seine optimale Leistung entfaltet das Gerät nur in nahezu waagerechter Position. Dazu muss man aber nicht mit der Wasserwaage rumrennen!

Es ist überaus wichtig, beim Absorberkühli einen vernünftigen Wärmeaustausch zu haben. Sollte die Wirkung des Kühlis nicht so sein, wie man es sich erhofft, so liegt es meist an einem Wärmestau hinter dem Gerät. Hier ist für sicheren Abtransport der warmen Luft zu sorgen. Für eine gute Funktion ist die Ableitung der Prozesswärme das entschiedene A und O. Also oberhalb des Absorbers mit leicht geschrägtem Blech, die Wärme abführen. Je günstiger diese warme Luft abgeführt wird, desto besser wird der Wirkungsgrad des Gerätes. Weiter bietet es sich an, die warme Seite von der kalten Seite zu trennen. Hier empfehle ich die Seite T3 Info. Ein Thermostat in Reihe mit einem Ein/Ausschalter, sorgt für die Nachtruhe und entsprechende Bequemlichkeit.

Nun sollte geprüft werden, ob er im 230V-Betrieb funktioniert. Dazu das Gerät anschliessen, die Temperatur am Thermostat (soweit vorhanden) auf "Max" stellen und einige Stunden (bis zu 24) warten und die Temperatur im Gerät messen. Die Temperatur sollte, je nach Einstellung, zwischen 4 und 8 Grad Celsius liegen. Wenn dem so sein sollte, dann ist der "Kältekreislauf", der Absorber, schon mal in Ordnung. Bei höheren Umgebungstemperaturen kann die Kühlleistung allerdings nachlassen; aber unter 15 Grad sollte die Temperatur immer liegen. Sollte das Gerät nicht kühlen, prüft bitte die Anliegende Spannung. Ist diese OK, kann das Thermostat oder der Ein-Ausschalter defekt sein. Dazu werde ich zu einem späteren Zeitpunkt eine Info basteln. Habt Ihr jetzt Probleme, mailt mich dazu an.

Im Gasbetrieb ist das Thermostat ausser Funktion. Es kann nur die Höhe (Stärke) der Flamme geregelt werden. Im 12 Volt Betrieb ist die Heizpatrone ständig eingeschaltet. Zumindest bei den meisten Geräten!

Der 12V-Betrieb hat noch eine Eigenart:
Im Normalfall liegt an der Lichtmaschine, bzw. an der Batterie bekannter Weise, während des Motorlaufs, ca. 14 Volt Ladespannung an. Durch die Leitungen zum KS geht aber ein entscheidender Teil verloren. Wenn dann auch noch zusätzliche Einrichtungen wie Scheinwerfer, Innenlicht o.ä. in Betrieb sind, verstärkt sich der Spannungsabfall weiter. Der Leitungsquerschnitt hat also unmittelbar mit dem Wirkungsgrad des Kühlis zu tun. Wenn man dazu noch die geringere Wattzahl der Heizpatrone für den 12V-Betrieb nimmt, wird einem Klar, wieso das Bier nicht kalt wird. Die Heizung für den 230V-Betrieb hat ca. 110 Watt, die für den 12V-Betrieb aber nur ca. 85 Watt. Das haben die Techniker so eingerichtet, damit die Batterie etwas geschont wird. Wenn dann nur 12 oder 11 Volt ankommen, wirds nichts mit schön kaltem Bier.

Also sollte hier, wenn das möglich ist, ein Leitungsquerschnitt von 6mm² verlegt werden. Auch das Trennrelais, sofern eines vorhanden ist, sollte Ströme bis ca. 50A schalten können. Die Leitung vom Anschluss der 6mm² Leitung zur Heizung kann vernachlässigt werden, da sie nur sehr kurz ist.

Aber nun weiter zur Prüfung. Als nächstes dann die Piezozündung prüfen, soweit vorhanden. Elektronisch zündende Systeme, brauchen für den Gasbetrieb mind. 12V. Hörbar am rythmischen Klicken, sobald auf Gasbetrieb geschaltet wird. Aber auch hier wird häufig das Kabel zur Zündung porös. Dann funkt es oft nicht am Düsenstock, sondern irgendwo auf dem Weg der Leitung. Zur Abhilfe kann man dann z.B. einen Schrumpfschlauch über die defekte Stelle ziehen, um die Isolation wieder herzustellen. Der Zündfunke sollte, logischerweise, direkt an der Gasdüse sichtbar sein. Unten am Brenner befindet sich ein kleiner Stift (das Thermoelement). Wenn das nicht korrekt platziert ist oder das Fühlerkabel defekt oder gequetscht ist, kann es zu Fehlern bei der Zündung kommen. Niemals die "Leitung" des Fühlers kürzen oder stark knicken! Das gilt auch für alle Arten von Thermostaten!

Sehr häufig ist der Abgaskamin oder Brenner verdreckt, durch Staub oder Rost. Beides kann von Außen mit Druckluft gereinigt werden. In der Regel reicht das. Wenn nicht, dann solltest du den Brenner komplett (mit Düse und Gehäuse) tauschen. Darauf achten, dass eine einwandfreie elektrisch leitende Verbindung zwischen Brenner und Gerätegehäuse besteht, nur so kann die Zündung richtig funktionieren!

Wenn der Kamin durchgepustet wird, bitte dafür Sorge tragen, dass der Brenner nicht durch Dreck verunreinigt wird. Z.B. durch eine Lage Papier zwischen Kamin und Brenner.

Sollte die Kühlleistung noch immer nicht zufriedenstellend sein: Einen Absorber-Kühlschrank kannst Du bedenkenlos auf den Kopf stellen. Dadurch mischt sich das Amoniakgemisch wieder optimal mit dem Wasseranteil. Ich empfehle die Methode, auf die Seite legen 15 Minuten warten, dann auf den Kopf stellen, wieder warten, dann auf die nächste Seite legen (immer mit Wartezeiten von ca. 15 Min) und dann wieder aufrecht hinstellen. Dann aber ca. 2 Stunden warten, damit das Gemisch wieder zurück laufen kann. Diese Aktion sollte man jedoch nur im kalten Zustand vornehmen. Also nicht unmittelbar nach dem ausschalten!

Weiterhin sollte man auf den Betriebsdruck des Reglers achten. 30 mbar oder 50m bar. Mischen kann man diese Systeme nicht. Die Daten findest Du auf dem Druckminderer und im Kühlgerät auf dem Typenschild.

Sollte alles nichts helfen, kannst Du davon ausgehen, dass Dein Kühli das zeitliche gesegnet hat. Durch das Alter kann das System von innen rosten. Wenn die "Drehmethode" nicht mehr hilft und auch alle anderen Aspekte einbezogen worden sind, kann man so gut wie nichts mehr machen. Das System selber ist nicht reparabel (oder nur mit horrend hohen Kosten).

Eine extrem gute Seite über alle Arten von Gas im Campingbereich findet Ihr hier: http://www.wohnmobile.net

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